Häusliche Gewalt

Wer schlägt, muss gehen!
Wege aus der Gewalt
Schutz für Opfer häuslicher Gewalt

Jeder Mensch hat ein Recht auf ein gewaltfreies Leben
- das gilt auch für Sie!


„Jeder Mensch hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich“.
GG Art. 2, Abs. 2

Das gilt auch in der Ehe oder Partnerschaft. Deshalb werden Frauen und Kinder, die zu Hause geschlagen und misshandelt werden, durch den Staat geschützt.

Erleben Sie zu Hause Gewalt?
  1. Werden Sie beleidigt und im Freundeskreis oder bei Familienmitgliedern schlechtgemacht?
  2. Werden Sie daran gehindert, Ihre Familie und Freunde zu treffen?
  3. Werden Sie davon abgehalten, das Haus zu verlassen?
  4. Erleben Sie Wut und Ausraster von Ihrem Partner?
  5. Werden Ihre persönlichen Dinge beschädigt?
  6. Droht Ihr Partner damit, Sie, Ihre Kinder, Verwandte, Freundinnen und Freunde, Ihre Haustiere oder sich selbst zu verletzen?
  7. Droht Ihr Partner damit, Ihnen die Kinder wegzunehmen?
  8. Werden Sie geschlagen, gestoßen oder gebissen?
  9. Werden Sie zum Sex gezwungen?
  10. Akzeptiert Ihr (Ex)Partner nicht, dass sie sich getrennt haben oder trennen wollen und verfolgt, belästigt oder terrorisiert Sie?


Dagegen können Sie sich wehren! Suchen Sie die Schuld nicht bei sich selbst. Es gibt keine Rechtfertigung dafür, Frauen und Kinder zu bedrohen und zu schlagen. Die Verantwortung und die Folgen muss der Täter tragen, nicht Sie.

Was können Sie im Notfall tun?
  1. Rufen Sie die Polizei: 110. Die Polizei muss Sie schützen, wenn Ihr Partner gewalttätig ist.
    Sie kann den Täter bis zu zehn Tagen aus der Wohnung verweisen - auch wenn die Wohnung ihm gehört.

  2. Gehen Sie ins Frauenhaus: Wenn Sie sich in der Wohnung nicht sicher fühlen oder intensive Hilfe brauchen,
    wenden Sie sich an ein Frauenhaus. Sie finden dort gemeinsam mit Ihren Kindern Schutz und Unterstützung.
  3. Gehen Sie zum Arzt: Lassen Sie Ihre Verletzungen immer von einer Ärztin oder einem Arzt dokumentieren.
    Fotografieren Sie selbst Ihre Verletzungen und bewahren Sie die Fotos an einem sicheren Ort auf.
  4. Halten Sie wichtige Unterlagen bereit: Personalausweis, Kinderausweise, Krankenversicherungskarte,
    Scheidungs- und Sorgerechtsbeschlüsse, EC-Karte und Bargeld. Kopien können Sie an einem sicheren Ort
    hinterlegen - bei einer Freundin, beim Anwalt, auf der Arbeit. Falls Sie die Wohnung zu Ihrem eigenen Schutz
    verlassen müssen, vergessen Sie auch Haustür- und Autoschlüssel nicht. Legen Sie sich ein Handy zu,
    es hat eine SOS-Funktion.
Das neue Gewaltschutzgesetz stärkt Ihre Rechte gegen Ihren gewalttätigen Partner.
Nutzen Sie Ihr Recht auf eine zivilrechtliche Schutzanordnung.
  1. Das Gewaltschutzgesetz gibt Opfern häuslicher Gewalt das Recht, den Gewalttäter aus der Wohnung weisen zu lassen,
    egal (,) wem die Wohnung gehört.
  2. Auf Ihren Antrag hin kann das Gericht Gewalttäter für bis zu sechs Monate aus der gemeinsamen Wohnung weisen,
    auch wenn er der Mieter oder Eigentümer ist.
  3. Das Gesetz schützt Sie auch außerhalb der Wohnung. Das Gericht kann dem Täter verbieten, sich an Ihrem Arbeitsplatz,
    dem Kindergarten oder der Schule aufzuhalten, sich Ihnen oder Ihrer Wohnung zu nähern und mit Ihnen Kontakt per Telefon,
    Fax, Briefe oder Emails aufzunehmen.
  4. Anträge an das Gericht können Sie selbst stellen, Sie können sich aber auch an eine Anwältin oder einen Anwalt wenden.
    Wenn Sie wenig verdienen, können Sie beim Gericht Beratungs- oder Prozesskostenhilfe beantragen.
Wer hilft Ihnen?
Warten Sie nicht, bis Ihr Leben in Gefahr ist. Häusliche Gewalt steigert sich von Mal zu Mal. Suchen Sie rechtzeitig Hilfe bei:
  • Frauennotruf Saarland Tel. 0681-36767
  • Frauenhaus Saarlouis Tel. 06831-22 00
  • Frauenhaus Saarbrücken Tel. 0681-991 800
  • Frauenhaus Neunkirchen Tel. 06821-92 250
  • Frauenaufnahmeheim Elisabeth-Zillken-Haus Tel. 0681-910 270
  • Weißer Ring Tel. 0681-67319
  • Kommunale Frauenbeauftragte
  • Örtliche Beratungsstellen


  • Was können Sie tun, wenn Sie häusliche Gewalt beobachten?
    Wenn eine Freundin, Verwandte oder Nachbarin betroffen ist:
    1. Schauen Sie nicht weg. Rufen Sie die Polizei.
    2. Ermutigen Sie die Frau, selbst aktiv zu werden, und bieten Sie Ihre Unterstützung an.
    3. Haben Sie Geduld. Die Lösung aus einer Gewaltbeziehung geschieht nicht von heute auf morgen.